Revuenon-Special 1:2.8 f=135mm (mit Testbildern aus dem Garten)
Deja vu: Ja, ich habe genau dieses Objektiv in einer anderen Ausführung und mit einer anderen Seriennummer schon einmal hier im Blog gehabt. Als ich aber letztens auf dem Flohmarkt in Siegburg war, konnte ich dieses Exemplar nicht einfach so in der Grabbelkiste liegen lassen und habe es für 'n Fünfer mit genommen. Weil: Noch fehlten nur die Deckel, aber es waren noch keine groben Kratzer und Pilze zu sehen. Und ich hab ja so einen Retter-Komplex, ich sollte mal zum Psychologen gehen. The doctor is in oder so.
Jedenfalls, es handelt sich um ein gut erhaltenes Revuenon-Special 1:2.8 f=135mm, das sich auch recht gut reinigen lies: Ein bisschen mit Fensterklar den Tubus und die Linsen gewienert und danach mit etwas Alkohol angerubbelt, wegen der Bakterien und Pilze und was auch immer da alles drauf lebt. Danach war es eigentlich direkt benutzbar. (Die Bilder sind übrigens von vor der Reinigung; wie man sieht, so schmutzig war es eigentlich nicht.) Ich habe es dann auch direkt mal auf den M42-Adapter für die Sony aufgeschraubt und mal geschaut, was diese Version so kann. Im Vergleich zu den Bildern damals, als ich einen Adapter mit Linse benutzen musste, um auf Unendlich zu kommen, kann die spiegellose Alpha 7 das ja problemlos mit einem einfachen Verlängerunsgadapter machen, was grundsätzlich positiv für die Schärfe und Farbechtheit ist. Umgekehrt habe ich ja so meine Probleme mit dem Scharfstellen auf dem kleinen Monitor mit der mäßigen Auflösung, da ist mir ein echter Sucher wirklich lieber, wie ich ihn damals an der D610 hatte. (Ich vermisse die so sehr, dass ich immer wieder bei ehBlöd gucke, ob ich nicht günstig eine bekommen kann. Aber bei der Inflation sind die eher teurer geworden...)
Aber zurück zum Revuenon-Special. Ich weiß noch immer nicht genau, wer das damals hergestellt hat; da hat sich seit dem letzten Review auch wenig dran geändert, denn seitdem hat die KI-Revolution Google kaputt gemacht und man bekommt nur noch halluzinierte Ergebnisse von der Ja-Sage-Maschine geliefert. Danke auch dafür! (Ich finde eine einzige Quelle: Im Fratzenbuch hat jemand auf das Petax-Forum verlinkt, wo behauptet wird, das Teil wäre von Mamiya gebaut worden, was ja durchaus zur Build Quality passen würde.) Statt mich aber auf große oder kleine Namen zu verlassen, hier noch mal meine Eindrücke zu diesem Objektiv:
Solide verarbeitete Festbrennweite im mittleren Tele-Bereich, gut geeignet für Portrait-Arbeiten mit interessantem Bokeh, weit offen etwas weich, bei f/4 durchaus brauchbar, ab f/5.6 scharf. Im Unendlichen etwas weicher und bei weiten Blenden etwas CA, aber nicht schlimm, sondern für Alter, Vergütung und Bauweise angemessen. Billig wie Dreck, also mitnehmen, wenn man es findet. Weil umgelabelter Dritthersteller etwas ungeliebt, was ich bei der Abbildungsleistung etwas ungerecht finde. Hat einen gewissen Retro-Look, der typisch für diese günstigen 1970er-Festbrennweiten ist. Mir gefällt es sehr gut, ist aber auf Grund meiner zunehmenden Fehlsichtigkeit auf der Spiegellosen nur schwer zu fokussieren. Auf einer echten, passenden, dem Zeitalter entsprechenden Film-SLR hervorragend geeignet. Einziges großes Manko: 2,50m Mindestabstand sind schon sehr, sehr viel!
Und hier noch ein paar Bilder, die ich im Garten gemacht habe, nachdem ich es sauber gemacht habe und der Kater es fast vom Tisch gekegelt hat. (Aufmerksame Beobachter werden feststellen, dass das letzte Bild da oben nicht auf dem Tisch entstanden ist, sondern auf diesem Gartenhocker direkt vor der Wand, der da schon immer rum steht. Weil: Katze!)
Hier kann man gut sehen, dass weiter geschlossene Blenden ein insgesamt abgerundeteres Ergebnis liefern: Ab f/8 ist es richtig scharf und tut schon fast in den Augen weh, während es aber noch einen Rest seiner charakteristischen Hintergrundunschärfe beibehält. Offenere Blenden werden langsam immer weicher, bis es bei f/4 die Grenze dessen erreicht, was die meisten Leute mit ihren verwöhnten Augen noch zu akzeptieren bereit sind. Offen bei f/2.8 hat es ein gewissen Glow, der jetzt nicht wirklich störend ist, solange man nicht mit dem Pixel Peeping anfängt. Das Problem liegt aber auch zum Teil an mir, denn fokussieren bei dieser Brennweite auf Entfernung nahe der unteren Skalen-Grenze ist schon bei guten Augen nicht einfach, mit meinen eher unmöglich auf dem kleinen Sucherbild der A7. Schnittbildsucher und Microprismen waren echt eine total gute Erfindung und ich weiß nicht, warum wir sowas heutzutage nicht mehr haben dürfen!
Wie man sieht, ich finde dieses Objektiv einfach gut. Vor allem bei diesem Preispunkt. Auf der Auktionsplattform zahlt man evtl. etwas mehr, wer aber bereit ist, eine halbe Stunde oder zwei in Reinigung und Wartung zu investieren, kann dieses Teil auf jedem gut sortierten Flohmarkt finden. (Ich muss mal nach der "nicht-spezial" Version Ausschau halten und die vergleichen. Der Unterschied ist, soweit ich weiß, dass die nämlich aus Korea kommt - Samyang? -, während das Special laut Gravur japanischen Ursprungs ist - Cosina? Komine? Sun? Tatsächlich Mamiya?) Ich sollte das auf jeden Fall mal mehr benutzen, denn wenn man es anständig fokussiert bekommt, macht es richtig schöne Fotos!
Jedenfalls, es handelt sich um ein gut erhaltenes Revuenon-Special 1:2.8 f=135mm, das sich auch recht gut reinigen lies: Ein bisschen mit Fensterklar den Tubus und die Linsen gewienert und danach mit etwas Alkohol angerubbelt, wegen der Bakterien und Pilze und was auch immer da alles drauf lebt. Danach war es eigentlich direkt benutzbar. (Die Bilder sind übrigens von vor der Reinigung; wie man sieht, so schmutzig war es eigentlich nicht.) Ich habe es dann auch direkt mal auf den M42-Adapter für die Sony aufgeschraubt und mal geschaut, was diese Version so kann. Im Vergleich zu den Bildern damals, als ich einen Adapter mit Linse benutzen musste, um auf Unendlich zu kommen, kann die spiegellose Alpha 7 das ja problemlos mit einem einfachen Verlängerunsgadapter machen, was grundsätzlich positiv für die Schärfe und Farbechtheit ist. Umgekehrt habe ich ja so meine Probleme mit dem Scharfstellen auf dem kleinen Monitor mit der mäßigen Auflösung, da ist mir ein echter Sucher wirklich lieber, wie ich ihn damals an der D610 hatte. (Ich vermisse die so sehr, dass ich immer wieder bei ehBlöd gucke, ob ich nicht günstig eine bekommen kann. Aber bei der Inflation sind die eher teurer geworden...)
Aber zurück zum Revuenon-Special. Ich weiß noch immer nicht genau, wer das damals hergestellt hat; da hat sich seit dem letzten Review auch wenig dran geändert, denn seitdem hat die KI-Revolution Google kaputt gemacht und man bekommt nur noch halluzinierte Ergebnisse von der Ja-Sage-Maschine geliefert. Danke auch dafür! (Ich finde eine einzige Quelle: Im Fratzenbuch hat jemand auf das Petax-Forum verlinkt, wo behauptet wird, das Teil wäre von Mamiya gebaut worden, was ja durchaus zur Build Quality passen würde.) Statt mich aber auf große oder kleine Namen zu verlassen, hier noch mal meine Eindrücke zu diesem Objektiv:
Solide verarbeitete Festbrennweite im mittleren Tele-Bereich, gut geeignet für Portrait-Arbeiten mit interessantem Bokeh, weit offen etwas weich, bei f/4 durchaus brauchbar, ab f/5.6 scharf. Im Unendlichen etwas weicher und bei weiten Blenden etwas CA, aber nicht schlimm, sondern für Alter, Vergütung und Bauweise angemessen. Billig wie Dreck, also mitnehmen, wenn man es findet. Weil umgelabelter Dritthersteller etwas ungeliebt, was ich bei der Abbildungsleistung etwas ungerecht finde. Hat einen gewissen Retro-Look, der typisch für diese günstigen 1970er-Festbrennweiten ist. Mir gefällt es sehr gut, ist aber auf Grund meiner zunehmenden Fehlsichtigkeit auf der Spiegellosen nur schwer zu fokussieren. Auf einer echten, passenden, dem Zeitalter entsprechenden Film-SLR hervorragend geeignet. Einziges großes Manko: 2,50m Mindestabstand sind schon sehr, sehr viel!
Und hier noch ein paar Bilder, die ich im Garten gemacht habe, nachdem ich es sauber gemacht habe und der Kater es fast vom Tisch gekegelt hat. (Aufmerksame Beobachter werden feststellen, dass das letzte Bild da oben nicht auf dem Tisch entstanden ist, sondern auf diesem Gartenhocker direkt vor der Wand, der da schon immer rum steht. Weil: Katze!)
Hier kann man gut sehen, dass weiter geschlossene Blenden ein insgesamt abgerundeteres Ergebnis liefern: Ab f/8 ist es richtig scharf und tut schon fast in den Augen weh, während es aber noch einen Rest seiner charakteristischen Hintergrundunschärfe beibehält. Offenere Blenden werden langsam immer weicher, bis es bei f/4 die Grenze dessen erreicht, was die meisten Leute mit ihren verwöhnten Augen noch zu akzeptieren bereit sind. Offen bei f/2.8 hat es ein gewissen Glow, der jetzt nicht wirklich störend ist, solange man nicht mit dem Pixel Peeping anfängt. Das Problem liegt aber auch zum Teil an mir, denn fokussieren bei dieser Brennweite auf Entfernung nahe der unteren Skalen-Grenze ist schon bei guten Augen nicht einfach, mit meinen eher unmöglich auf dem kleinen Sucherbild der A7. Schnittbildsucher und Microprismen waren echt eine total gute Erfindung und ich weiß nicht, warum wir sowas heutzutage nicht mehr haben dürfen!
Wie man sieht, ich finde dieses Objektiv einfach gut. Vor allem bei diesem Preispunkt. Auf der Auktionsplattform zahlt man evtl. etwas mehr, wer aber bereit ist, eine halbe Stunde oder zwei in Reinigung und Wartung zu investieren, kann dieses Teil auf jedem gut sortierten Flohmarkt finden. (Ich muss mal nach der "nicht-spezial" Version Ausschau halten und die vergleichen. Der Unterschied ist, soweit ich weiß, dass die nämlich aus Korea kommt - Samyang? -, während das Special laut Gravur japanischen Ursprungs ist - Cosina? Komine? Sun? Tatsächlich Mamiya?) Ich sollte das auf jeden Fall mal mehr benutzen, denn wenn man es anständig fokussiert bekommt, macht es richtig schöne Fotos!