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Schwarz-weiß und analog, Teil 339: Mit der Diginette durchs Hanfbachtal

Fomapan 200 #15, März 2026
  • Dracora Dignette, Fomapan 200
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 6:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #26 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Die Dignette. Noch so eine Kamera aus der Steinzeit, die ich von einem der diversen Flohmärkte mit genommen habe. Aber der Vorteil ist: Wenn diese Dinger in ihrem vorherigen Leben nicht völlig misshandelt wurden, funktionieren sie noch immer. So auch diese - nach etwas Reparatur und mit Geduld und bei der schnellsten Zeit. Und die macht richtig gute Bilder, da war ich echt erstaunt. Für so eine kleine Kompaktkamera aus dem Jahr 1950-Feuerzeug, die auch nur ein stinknormales Triplet vor dem Film hat, macht die sogar Fotos, von denen sich andere Kameras aus dieser Zeit eins abschneiden können! Dabei hatte ich sie nur mit dem billigen Foma 200 geladen.

Das sieht man schon direkt beim ersten Bild: Der Trecker auf dem Feld, wo sonst die Schmuddelpferde stehen. (1/200s, f/11.) Gut, die Schärfe kommt hauptsächlich daher, dass man eben nur maximal 1/200s zur Verfügung hat und es für einen ISO 200 Film schon eigentlich zu hell war. Aber der muss ja auch mal weg. (Muss sowieso mal neue Filme bestellen.) Aber: Obwohl schon ein bisschen Diffraktion zu erkennen ist, sind alle Masten am Horizont ausreichend scharf, das Bild ist schön kontrastreich - wo der Foma natürlich seinen Anteil dran hat - und auch der Trecker, das eigentliche Motiv, kommt kräftig raus. Mit einem besseren Scanner wäre da sicher noch was raus zu holen gewesen.

Ich hätte ein Gelbfilter mit nehmen sollen, dann hätte ich die Wolken über dem zusammengeklappten Krandings noch besser raus bekommen und ich hätte auch eine Blende weniger abblenden müssen. (1/200s, f/11.) Aber auch hier: Ich kann mich über die Abbildungsleistung dieses mit "Dignar" beschrifteten Objektivs nicht beschweren.


Den Baggerarm nebenan habe ich dann auch direkt mal noch mitgenommen. (1/200s, f/11.) Bei diesen ersten Bildern ging es mir vor allem darum, ein Gefühl für die Entfernungsskala an dem Objektiv zu bekommen. Da ich hier alles extern messen musste - also sowohl Entfernung als auch Belichtung - und das dann manuell übertragen durfte, war das schon ein ganz schön altmodisches Erlebnis. Wobei, wenn man an einem solchen Tag erst einmal die Belichtung ausgemessen hat, kann man die Kamera eigentlich auch auf den einmal gewählten Einstellungen stehen lassen. Dieses ständige Rumgefummel an Blende und Zeit ist eh so was Neumodisches, das haben die Leute damals auch nicht unbedingt gemacht. Also, jedenfalls solche, die ein Kamera dieser Bauart verwendet haben.

Und dann habe ich geschaut, wie das mit Bokeh aussieht: Ganz nah ran an Lanzi vom Spielplatz und die Blende so weit auf, wie es das Wetter erlaubt. (1/200s, f/5,6.) Hier unter dem Baum ist es ja ein bisschen schattiger und der Hintergrund ist wirklich ganz nett raus gekommen. Effektiv ist das ja auch nur eine Blende und eine Kleinigkeit langsamer als offen. Das Objektiv ist wirklich nicht schnell. Aber seine 45mm gefallen mir ganz gut. Passt irgendwie zu dieser Art von Kamera, dass man immer ein bisschen mehr drauf bekommt als bei einem echten 50er. Und, worüber ich total erstaunt bin, der Seehund ist richtig knackig scharf. Man darf nicht vergessen, dass ich - wie gesagt - mit einem externen Rangefinder gearbeitet habe und das ungefähr Ausgemessene händisch ungefähr auf das Objektiv übertragen musste. Erstaunlich, dass das so gut klappt. Ist man ja heute im Zeitalter von Phasendetektionsautofokus mit 42 Messpunkten ja nicht mehr gewohnt!

Dann ein paar eher unruhige Magnolienblüten eingesammelt. (1/200s, f/8.) Der Minimalfokus der Kamera liegt ja bei ungefähr einem Meter, was ich hier mal richtig ausgenutzt habe. Die meisten Blüten sind auch tatsächlich scharf genug. Hätte eigentlich f/16 bei 1/50s nehmen können, aber ist schon ganz gut, dass ich das nicht gemacht habe, wie wir später noch sehen werden. Hübsche Magnolien, jedenfalls.


Bei den durcheinander geratenen Bildern ist auch noch dieses Spielzeughaus im Sandkasten dabei. (1/200s, f/8.) Die Uhr hat ja irgendwie schon nicht mehr allzu viele Zeiten. Und ist das ein Kassettenspieler unten links? Also, irgendwas soll da jedenfalls Geräusche machen. So komisch das auch klingen mag, aber in s/w und mit genau dieser Kamera: Erstaunliches Bild! Ich glaube, mit keiner anderen wäre das so interessant geworden. Gut, das Licht war in diesem Moment auch genau richtig, aber trotzdem zeigt das, wie sehr einen diese alten Kameras überraschen können.

Die Azaleen sind leider ein bisschen unscharf geworden. (1/200s, f/16.) Obwohl ich die schon komplett abgeblendet habe. Vielleicht ist das aber auch das Problem: Die Diffraktion schlägt zurück! Denn auch die Blüten, die eigentlich scharf sein sollten, sehen recht weich aus. Ansonsten ist das Bild auch nicht besonders gut komponiert, schief und zu viel Haus im Hintergrund. Nicht mein bestes auf der Rolle.

PONY! (1/200s, f/11.) Muss ich mehr sagen? Schönes Bild. Gefällt mir gut! Gekauft! Nächstes! ;-)


Maria ist ein bisschen unterbelichtet, aber dafür hat sie interessante Dreheffekte im Bokeh hinter sich. (1/200s, f/4.) Immerhin ist das Objektiv hier fast offen im Einsatz und ich hätte die letzte halbe oder drittel oder was auch immer Blende durchaus auch noch drauf legen können, aber es geht auch so. Man kann also auch mit einer solchen Kameras gute Portraits machen, wenn das Subjekt still hält, bis man alles richtig eingestellt hat. Aber gut, dass es hier unter den Bäumen wirklich schattig war, sodass ich überhaupt so weit öffnen konnte.

Bei Jesus sieht das ähnlich aus, auch etwas unter. (1/200s, f/5,6.) f/4 wäre hier durchaus angesagt gewesen. Aber hier kann man gut sehen, dass das ein sehr einfach konstruiertes Linsensystem ist: Das Gemüse in den Ecken wird ziemlich stark verwischt. Wobei sich aber praktisch kaum Abschattungen bemerkbar machen, was man ihm wiederum zu Gute halten sollte. Die insgesamte Unschärfe im Bild ist hingegen mein Fehler, wie gesagt, diese ganze Messerei und Übertragerei ist fehleranfällig.

Auch die Scheune auf den Feld ist eigentlich ganz gut geworden. (1/200s, f/8.) Wenn man genau hin schaut, sieht man auch bei f/8 noch diesen leichten Wischeffekt in den Ecken des Bildes. Ansonsten: Ich hab diese Scheune ja schon hundert Mal fotografiert, aber dieser Bildausschnitt gefällt mir dieses Mal besonders gut. Das bedrohliches Wolkenwetter darüber tut sein übriges dazu.


Bisher hatte ich mich ja auf die schnellste Zeit beschränkt, denn ich hatte beim Test auf dem Trockenen ja schon festgestellt, dass die langsamen Zeiten eher langsam abliefen. Ich hatte zwar gehofft, dass ich mit ein bisschen Kontaktreiniger den Dreck raus gespült bekommen hätte, sie also dazu bekommen hätte, wieder einigermaßen korrekt zu laufen, aber nein: Der Wald mit dem Steinbruch darunter ist extrem verwackelt. ("1/50s", f/8.) Statt der eingestellten 1/50s sieht das eher so aus, als wäre das vielleicht eine Zehntel, wenn es hoch kommt. Aber ich habe es trotzdem mal hier rein getan, genau wie alle anderen Missglückten. Denn einerseits sieht es trotz allem spannend aus, fast wie gewollte und Kunst. Und zum Anderen möchte ich auch vorzeigen, womit man rechnen muss, wenn man alte Kameras benutzt, die ihre besten Zeiten hinter sich haben und auf dem Flohmarkt in der brütenden Sonne gelegen haben! Man erhält halt keine Neuware mit Garantie!

Was hab ich denn da eingestellt gehabt? Das Schild ist ja total unscharf! (1/200s, unbekannte Blende.) Hab ich das Objektiv zu weit gedreht und es sah so aus, dass es bei 1m stünde? (Der Anschlag-Schnuppsi fehlt ja, man kann es über Unendlich hinaus rotieren.) Keine Ahnung. Tonne, jedenfalls! ;-)

Der Bagger hingegen: Perfekt im gedämpften Gegenlicht eingefangen! (1/200s, f/11.) Noch ein sehr gutes Bild, das mich echt überrascht hat beim Test dieser Kamera! Das ist das Spannende bei diesen alten Stücken: Man weiß nie, was man am Ende auf dem Film hat. Und diese kleine Kamera in ihrem abgewetzten Zustand hat mich tatsächlich schwer überrascht! Da sind einige sehr gute Bilder dabei! Dieses hier ist vielleicht sogar einen Abzug wert, wenn ich die Wasserflecken weg gewischt bekomme.


Die Bank hingegen ist leider wieder verwackelt. ("1/50s", f8.) Hier schient der Verschluss ein bisschen schneller ausgelöst zu haben als oben bei dem Waldbild, sonst wäre hier wahrscheinlich wegen Überbelichtung gar nichts mehr zu erkennen gewesen. Wobei ich schon kräftig nachbearbeiten musste. Zum Glück ist der Foma ja sehr gutmütig, was Überbelichtung angeht. (Unterbelichtung nicht so sehr, ist eh weniger empfindlich als drauf steht, zumindest in den dunklen Bereichen.) Das Bild sieht jedenfalls ein bisschen nach Erdbeben aus. Witzig, aber auch nicht unbedingt sooo witzig, dass ich es noch länger schön reden müsste! ;-)

Nächstes Mal: Die gleiche Kamera in Siegburg. Da sind auch ein paar nette Bilder dabei, wobei mir die Natur hier in diesem Eintrag aber eigentlich besser gefallen hat!

Schwarz-weiß und analog, Teil 338: Pleistal mit dem AI-S 50/1.4

Kentmere 100 #18, März 2026
  • Nikkormat FT, AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 9:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #22+#23 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Wird mal wieder Zeit für einen s/w-Artikel: Heute geht es ins schöne Pleistal, ich hatte das 50/1.4 AI-Nikkor auf der Nikkormat und das ist auch eigentlich alles, was man braucht! Wenn ich mich recht erinnere, ist das auch so langsam das Ende vom Film. Noch mal so ein Dutzend Fotos, vielleicht ein, zwei mehr, die alle miteinander ganz nett geworden sind. Frühlingswarmes Wetter mit viel Sonnenschein ist gut zum Fotografieren. Mit der Brennweite konnte ich allerdings nicht die Rehe aufnehmen, die da auf den Feldern herum hüpften!

Am Parkplatz hat uns als erstes Mal der Herr Jesus begrüßt. (1/250s, f/4.) Allerdings war er nicht in der Lage, uns die Hand zu geben. Schade eigentlich. ;-) (Diese christliche Obsession mit Mord und Todschlag werde ich nie so ganz verstehen. Konzentriert euch doch mal weniger auf die Kreuzigung, sondern auf das Wunder der Wiederauferstehung! Aber das ist ein anderes Thema. Das führt jetzt wieder zu weit.)

Die alten Disteln vom letzten Jahr sind auch immer ein gern genommenes Motiv. (1/500s, f/8.) Vor allem, weil der mehr oder weniger einheitliche blaue Himmel im Hintergrund ein guter Test dafür ist, was das Objektiv zu Vignettierung sagt. Bei f/8 jedenfalls nicht viel, wie man sieht. Praktisch null vorhanden.


Das Gebäude von der alten Mühle, in der jetzt Restaurant und Standesamt drin sind, darf natürlich auch nicht fehlen. (1/500s, f/8.) Und ich kann noch immer die Kamera nicht gerade halten! Man, man, man! Der Himmel sieht ein bisschen diesiger aus, als er es tatsächlich war. Liegts am Film, der das Blau so sehr grau rendert?

Wenn ich Bänke sehe, verschwende ich ja mindestens ein Bild dafür! (1/1000s, f/2.8.) Auch weiter offen sehen wir keinerlei Abschattungen an den Ecken. Ganz weit öffnen konnte ich das Objektiv hier leider nicht, es war viel zu hell. Hätte auch die Bank zu unscharf gemacht. So geht das gerade noch. Auf die Entfernung ist die Schärfeebene doch recht dünn, selbst wenn man zwei Stufen abblendet. Und das war bei dem vielen Licht schon ein Wunder, dass das ging, die Bank ist dementsprechend auch ein bisschen über, der Hintergrund viel! ;-) Aber macht trotzdem (oder gerade deswegen?) einen interessanten Eindruck.

Ein einsamer Wanderer auf der Chaussee nach Nirgendwo. (1/250s, f/8.) Naja, stimmt nicht, in die Richtung liegt irgendsoein Stadtteil von St. Augustin. Müsste ich jetzt wieder auf die Karte gucken, ich kann mir ja keine Namen merken, auch nicht die von geographischen Gegebenheiten. Weit abgeblendet werden jedenfalls alle Bäume scharf, auch wenn ich auf den vordersten fokussiert hatte. Gefällt mir ganz gut, das Bild. Hätte den Weg vielleicht noch ein gaaaan kleines Bisschen nach rechts schieben sollen. Aber dann sieht man die Baumflucht nicht mehr so gut. Man kann nicht alles haben.


Büschel von Sumpfgras im Gegenlicht. (1/1000s, f/5,6.) Mein Flare-Test. Außerdem kann ich so überprüfen, wie viel Kontrast der leichte Nebel im hinteren Linsenelement weg nimmt. Aber geht, beides ist erstaunlich gut: Keine Flares, keine merklichen Nebelerscheinungen. Gefällig. Und insgesamt ein nettes Motiv. Da habe ich aber auch längere Zeit mit mir gerungen, welche Belichtung ich da am besten nehme.

Auf unserem Weg durchs Pleistal kamen wir dann auch irgendwann an der ICE-Strecke mit ihren Mauern und Zäunen raus. (1/1000s, f/4.) Hach, endlich noch mal f/4, meine eigentliche Lieblingsblende. Habe mich da so dran gewöhnt, das meiste bei f/4 zu machen. Das fing eigentlich mal damit an, dass man da meist noch nicht den Schmutz auf dem Sensor sehen kann, und dann ist es nicht mehr weg gegangen. Eigentlich würde man solche shots ja eher bei f/8 machen oder gar noch weiter geschlossen, wenn es der Film zulässt, aber. Nicht bei mir! No Sir! ;-) (Wobei ich ja in letzter Zeit doch sehr variable geworden bin, was das Thema angeht.)

Für den Motor brauchte ich dann auch mehr Tiefe, deswegen auch gleich wieder am Blendenring geschraubt. (1/250s, f/8.) Für dieses Bild bin ich extra so halb über den Zaun geklettert. Wenn mich die Bahn erwischt, bin ich selber schuld, ich weiß. So ein ICE, wenn er da mit 200 Sachen durch den Tunnel ballert, macht schon ziemlich Wind. Oder was für eine Geschwindigkeit haben die da an der Stelle, wenn die gerade noch durch den Bahnhof in Siegburg sind?


Dann waren wir auf der anderen Seite, konnten den Blick ins Pleistal genießen und stattdessen mache ich Bilder vom Jagdhochsitz. (1/1000s, f/4.) Im Hintergrund die Plattenbauten in St. Augustin. Aber zum Glück kann auch der beste Jäger nicht so weit schießen, da bräuchte man schon eine kleine Haubitze! ;-) Jaja, ich soll nicht immer so auf den Jägern rum hacken, in einer Welt ohne Bär und Luchs muss einer ja die Rehe und Wildschweine klein halten. Aber! Außerdem mag ich kein Wild. Also, Wildschwein ließe ich mir ja noch gefallen, aber da war gerade der Jahrestag von Tschernobyl, der uns alle daran erinnert hat, dass 137Cs gerade mal 1⅓ Halbwertzeiten hinter sich hat... In Bayern soll es noch Stellen geben, da leuchten die Bachen in dunklen Nächten noch immer! :-/ Und da quaken irgendwelche Quacksalber was von der Notwendigkeit der Atomkraft. Wie schnell wir doch kollektiv vergessen. Aber ich schweife mal wieder ab.

Ein paar Meter weiter ist der alte Kletterpark. (1/250s, f/8.) Ist der jetzt eigentlich geschlossen? Die Webseite existiert noch immer, funktioniert aber in modernen Browsern nur noch bedingt. Sieht nach Frontpage aus! ;-) Aber da stehen nach wie vor Telefonnummern und alles drin, wo man sich anmelden könnte. Keine Ahnung. Ich weiß nicht, die Bretter da oben sehen jetzt nicht mehr so vertrauenswürdig aus.

Und die Tür sieht auch so aus, als wäre die seit Jahren nicht mehr geöffnet worden. (1/500s, f/1,4.) Aber immerhin ist es im Wald dunkel genug, die Blende mal ganz zu öffnen und dabei nicht mal die maximale Warpgeschwindigkeit der Kamera auszureizen! Bei den paar Zentimetern, die ich von der Türklinge weg war, ist die schon wieder unscharf. Aber dafür im Hintergrund praktisch keinerlei Strukturen mehr zu erkennen. (Übrigens auch kein Lichtabfall zu den Ecken hin. Ich weiß nicht, wie die dieses Objektiv gebaut haben! Nikon wusste offenbar auch schon vor 40, 50 Jahren, wie man Objektive baut. 50er sind ja wohl angeblich nicht so kompliziert, aber es gibt da doch Unterschiede, wie man sehen kann.)


Auf dem Rückweg sind wir dann noch am Hennes seinem Bruder vorbei gekommen. (Unbekannte Zeit, f/4.) Bei einer manuellen Kamera vergessen aufzuschreiben, welche Zeit ich da eingestellt hatte, ist schon eine Kunst für sich, vor allem, weil ich das bei allen anderen ja geschafft habe. Dem Wetter nach wird das aber wohl 1/1000s gewesen sein. Ist ja aber auch nicht so wichtig. Hübsche Hörner, jedenfalls, die Sie da haben; es wäre doch schade, wenn denen was zustoßen würde! ;-)

Und dann noch die blühende Weide, das A*schloch! (1/250s, f/8.) Ich habe dieses Jahr eigentlich seit Ende Dezember wieder nur von Loratadin und Wasser gelebt! Es wird echt jedes Jahr schlimmer. Ob das am Klimawandel liegt, dass jetzt irgendwie immer alles gleichzeitig, viel zu früh und ohne Unterbrechung blüht, oder doch eher an meinem Älterwerden, kann ich nicht sagen, aber es geht mir mächtig auf den Zeiger! Da können die noch so harmlos tun, die Kätzchen! ;-)


Und das war das, der Film ist zu Ende und nächstes Mal geht es weiter mit der kleinen Dignette, die ich auch von irgendeinem Flohmarkt hatte. Die hat auch erstaunlich gut funktioniert. Man kann von sowas kleinem jetzt natürlich nicht die gleiche Bildqualität erwarten wie von diesem Nifty Fifty Nikkor. Aber. Trotzdem. Ich mein, die Leute haben damals in den 50er, 60er Jahren schließlich auch damit gelebt, da wird das ja wohl gut genug für unsere digital verwöhnten Augen sein! ;-) Außerdem hatte ich da einen Foma 200 drin, der ist viel kontrastiger, das passt gut.

Schwarz-weiß und analog, Teil 337: Seelscheid mit dem AI-S 50/1.4

Kentmere 100 #18, März 2026
  • Nikkormat FT, AI-S Nikkor 50mm 1:1.4
  • Entwicklung: Fomadon P Stock #3 20° 9:00 Minuten, Adofix Plus 1+5 #22+#23 (?), 7:00 Minuten, Adoflo II 1+200
Weiter geht es mit Testbildern, die ich mit dem AI-S 50/1.4 auf der Nikkormat gemacht habe. Beim letzten Mal hatte ich ja schon gesagt, dass mir diese Kombination wirklich hervorragend gefällt. Tolle Kamera, tolles Objektiv. Und diese Meinung wird sich auch heute nicht ändern.

Wie immer war ich erst mal einkaufen im Dorf und habe gegenüber vom Bürgerbüro / der Bibliothek auf dem Discounterparkplatz geparkt. Nachdem ich da mit dem Einkauf fertig war, bin ich für die üblichen Kleinigkeiten ins Dorf gegangen, weil jeder Gang ja bekanntlich schlank macht und habe dort erst mal das Gemeindewappen mitgenommen. (1/1000s, f/4.) Warum ist mir im Hintergrund das Kind ins Bild gelaufen? Ich weiß es nicht. Aber immerhin ist es so unscharf, dass ich es nicht auch noch manuell unkenntlich machen musste. Leider ist das Gebäude im Hintergrund auch eher ablenkend, aber unschärfer bekam ich es bei dem vielen Licht leider nicht.


Ein weit offenes Bild habe ich dann erst im Edeka hin bekommen, wo ich die in goldener Folie verpackten Osterhasen der großen, bekannten Marke fotografiert habe. (1/1000s, f/1,4.) Hatte ich erwähnt, dass ich diese Preise mittlerweile für unverschämt halte? Ich habe das dieses Jahr komplett boykottiert, sondern stattdessen erst eine Woche nach Ostern die Reste gekauft, die um die Hälfte reduziert waren. Und selbst dann finde ich 1,50 zur 100g Schokolade schon happig. Aber zum Bild: Die Hasen sind alle etwas unscharf, da sieht man, wie dünn auf diese Entfernung die Schärfeebene ist. Gezielt hatte ich auf die Schleife, die auch tatsächlich recht scharf raus gekommen ist, also für so ein altes Objektiv bei voller Blendenöffnung. Wie man auch sehen kann: Die Blendenbälle werden in den Ecken offenbar linsig. Ich mag das ja. Andere Leute beschweren sich darüber. Leider gab es hier im Hintergrund nicht genügend andere helle Punkte, dass man das genauer hätte analysieren können.

Nach dem Einkauf haben wir dann im Garten gewerkelt, ist ja auch wichtig, und beim Rosentrimmen ist mir die Schere aus den Händen gerutscht und *zack* steckte sie mit der Klinge im Holz der alten Eisenbanschwellen oder was das da für Dinger sind, die die Eltern da vor hundert Jahren angebracht haben. (1/250s, f/8.) Gut, dass da nicht mein Fuß im Weg war! Aber auf jeden Fall ein Motiv! Irgendwie sogar ein ziemlich witziges. Auch hier überlege ich mal wieder, ob ich da nicht einen Abzug machen sollte! ;-)


Nach getaner Arbeit habe ich noch ein bisschen auf dem Freidhof weiter gemacht - ja, ich weiß, da bin ich in letzter Zeit ständig, aber man muss ja auch da mal sauber machen und den Winter weg räumen. Die Kirche war mein erster Schnappschuss. (1/500s, f/8.) Es war hell, wie man an den Werten sehen kann. Und ich finde, ich habe die Kirche mal wieder von ihrer Schokoladenseite getroffen. ;-) So weit abgeblendet verhält sich dieses 50er nicht groß anders als all die anderen 50er, die ich habe. Man merkt, es ist ein etwas besseres Nikkor, wenn man es in der Hand hält, aber vom alleinigen Betrachten des Fotos her, könnte ich jetzt nicht sagen, ob es nicht Vielleicht doch die E-Serie war oder das AF. Das AF-S G hingegen hat noch eine Tacken mehr Präzision, das sieht ja selbst auf Film klinisch scharf aus.

Auch hier habe ich mich nach der Arbeit ein bisschen um die Ecken begeben, Motive suchen, Engelchen finden. (1/1000s, f/5,6.) Schon etwas kitschig, diese Grabengel. Aber bei diesem Licht und mit dem s/w-Film trotzdem spannend. Vor allem, weil man im Hintergrund die Baustelle sehen kann, wo sie auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei die Gewächshäuser abgerissen haben und jetzt diese Wohnungen hin bauen. (Ich glaube, das sollte betreutes Wohnen werden? Meine ich mich zu erinnern.) Jedenfalls: Foreshadowing! ;-)


Denn dann bin ich auch mal hinten raus aus dem Friedhof und habe mich ein bisschen an der Frauenstraße umgeschaut, wo in uA auch dieses Bausilodingsbums eingesammelt hab. (1/1000s, f5,6.) Nummer 3137! Nicht, dass das irgendeine Signifikanz hätte! ;-) Aber fleißig, fleißig! Die Bauarbeiter haben auch geguckt: Was macht der Mann da mit der Kamera? Immer diese Bekloppten! :-D Ja, ich gebe es zu, ich fotografiere echt alles! Das kommt aber auch, weil alles ein Motiv ist,wenn man es richtig in Szene setzt.

Zum Beispiel auch dieser Strommast mit Umspann-Dingsbums, oder was ist das da für ein großer Kasten mit Lüftungsschlitzen auf halber Höhe? (1/1000s, f/4.) Das ist da in einer der Sackgassen/Feldwege, die runter ins Naafbachtal zeigen. Keine Ahnung, weil weit es da eigentlich runter geht. (Laut Google Maps tatsächlich quer durch den Wald bis ins Tal. Erstaunlich, wusste ich noch gar nicht. Das ist ein bisschen außerhalb meiner Jagdgründe, die ich als Kind erkundet habe. (Ich gehöre ja noch zu dieser prä-Internet-Generation, die nicht einen komplett durch getakteten Tagesablauf hatten, sondern einfach nur gesagt bekommen hat: Wenns dunkel wird, biste wieder zu Hause! ;-) Aber bis ins Naafbachtal war es selbst uns dann ein bisschen zu weit. Obwohl es da unten sehr hübsch ist, da müsste ich auch noch mal eine Runde drehen. Früher war das ja ein Geheimtipp, aber heutzutage stehen da immer Autos im schlammigen Straßenrand und Leute laufen da rum. Hatte ich eigentlich mal die Fotos von vor den Dinosauriern hier eingestellt, die ich da gemacht habe? Scheinbar ja. Die ersten beiden sind da im Tal entstanden.


Dann bin ich noch den langen weg um die Kirche zurück zum Auto geschlichen, wo ich diesen Grabstein mitgenommen habe. (1/250s, f/4.) Hinter der Kirche war es schattiger, wie man sehen kann. Den Rest des Gebäudes konnte ich nicht so gut, da waren gerade haufenweise Leute (mit Kindern). Aber ich sollte eigentlich mal mit einem meiner lichtstärkeren Objektive und einem s/w-Film in die Kirche rein gehen. Die ist zwar innen eher streng lutherisch, also praktisch nur Altar und Kreuz, aber wäre vielleicht doch mal eine Idee...

So, nächstes Mal gibt es Bilder zu sehen, die ich mit der gleichen Kombination aus Kamera und Objektiv im Pleistal geschossen habe. Mal sehen, was mir da vor die Linse gelaufen ist! (Rehe, aber die waren zu weit weg für das 50er.)

Nikon F80

Ich war am Sonntag mal wieder auf einem Flohmarkt, ich habe mal wieder alte Photographica mit nach Hause gebracht. Heute möchte ich dementsprechend eine Kamera vorstellen, die eigentlich so gar nicht auf meiner Liste stand, aber für 15€ im Bundle mit einem Objektiv, das ich aber erst demnächst hier vorstellen möchte, da konnte ich nicht "nein" sagen! Vor allem, weil es sich um eine Nikon F80 handelt, was meines Wissens nach die letzte von Nikon designte Filmkamera für den Consumer-Markt war. (Die F100 ist glaube ich ein Jahr älter; die F6 wurde zwar länger verkauft, ist auch neuer, spielt aber in einer ganz anderen (Profi-)Liga; und die FE10 gilt sowieso nicht, weil sie von Cosina ist.) Das interessante für mich jedenfalls ist, dass gerne behauptet wird (vom Internet), dass die F80 sozusgaen der Body ist, auf dem spätere DSLRs aufgebaut haben, insbesondere meine D100 wird da immer wieder erwähnt. Das kann ich dann jetzt mal direkt in Farbe und in Stereo überprüfen!


Wie man sieht, hat dieses Gehäuse die üblichen Probleme, die so viele Kameras und Objektive aus den 1990ern und frühen 2000ern haben: Sie schwitzt Lösungsmittel aus und klebt wie Sau! Aber bevor ich mich an die Reinigung begeben habe, musste ich erst mal testen, ob sie denn überhaupt funktioniert. Das konnte ich auf dem Flohmarkt leider nicht, denn obwohl ich wie immer alle meine Batterien und Akkus (also zumindest die häufigeren) mit geschleppt hatte: Ich habe nur eine einzige CR123A. (Die zweite, die ich habe, ist so gut wie leer.) Sooo häufig brauche ich die ja nun auch wieder nicht und die Dinger sind unglaublich teuer! Deswegen musste ich etwas improvisieren: Ich habe zwei CR2 Akkus für Js Minolta im Haus (und die F55 nimmt auch zwei davon). Die sind etwas schmal und viel zu kurz, aber mit ein bisschen Alufolie als Kontakt und zwei alten Bauarbeiter-Ohrstöpseln oben ins Batteriefach rein gequetscht funktioniert das ganz hervorragen! Klingt komisch, ist aber so!

Nachdem ich also (mit dem passend klebrigen Sigma 28/1.8 ) getestet hatte, dass die Kamera grundsätzlich Lebenszeichen von sich gibt, habe ich sie einer Grundreinigung unterzogen. Das Mittel meiner Wahl: Brennspiritus. Alkohol löst diese klebrige obere Schicht, macht allerdings auch die Textur ein bisschen kaputt. Aber immerhin kann man diese Kamera jetzt wieder anfassen. Glücklicherweise sind die Beschriftungen, die Nikon damals angebracht hat, alkoholfest, im Gegensatz zu denen auf dem Sigma-Objektiv, die ich damals größtenteils weg gerubbelt habe, damit man es wieder anfassen kann.


Wie die Kamera nach dieser Grundreinigung aussieht, kann man in den Bildern unten sehen. Alles bis hier hin war Fundzustand. Ich dokumentiere meine Kameras ja gerne so, wie ich sie gefunden habe. Wie man da oben aber auch sehen kann: Die Klebrigkeit und der damit verbundenen Schmutz waren nur außen; von innen sieht sie aus, als wäre sie gerade aus der Fabrik gekommen. Die ist also sicher nicht allzu viel benutzt worden. Was wohl auch daran liegt, dass die Ära der Filmfotografie Anfang der 2000er ja langsam aber sicher zu Ende ging und absehbar war, dass man über Kurz oder Lang eine digitale Kamera haben würde. (Was auch das Objektiv erklärt, das ich dazu bekommen habe; das ist nämlich ein DX.)

Aber jetzt mal ein wenig Infos zu dieser F80: Sie kann das, was man von einer guten Mittelklasse-Kamera aus dieser Zeit erwartet und noch ein bisschen mehr. So hat sie zB eine Abblendtaste, was ja nicht unbedingt selbstverständlich ist. Außerdem hat sie eine rudimentäre Menüfunktion (am Drehknopf als CMS - custom - einzusellen), mit der man bestimmte Funktionen wie das Verhalten des DX-Sensors bei Wechsel von Patronen und das Rückspulverhalten etc. kontrollieren kann. Nichts wirklich weltbewegendes, aber so kann man zum Beispiel das Aufleuchten des verwendeten Fokussensors im Sucher anschalten, ebenso die Gitternetzlinien für die Bildkomposition. Nettes Feature.


Ansonsten verzichtet sie auf so manchen Schnick-Schnack, den andere, vor allem "kleinere" Kameras, haben: zB gibt es keine "Idiotenautomatik" in Form von "Motivprogrammen". (Hab ich nie verstanden: Bis man die verschiedenen Programme und deren Funktionsweise ausgeknobelt hat, kann man auch gleich lernen, was Blende und Belichtungszeit sind.) Auch die damals immer öfter anzutreffende Vollautomatik, in der die Kamera von selber Motive erkennen sollte und dementsprechend reagiert, fehlt. Gut so. Hier gibt es einfach nur die (meiner Meinung nach) Sinnvollen PASM auf dem Drehknopf: Programm, Zeit- und Blenden-Automatik, sowie voll manuell. Das einzige, was wirklich fehlt, um sie eine Klasse höher zu heben (in den Prosumer-Bereich), ist der Blendensensor, sodass man AI und AI-S Objektive nur manuell und ohne internen Belichtungsmesser verwenden kann. Dafür arbeitet sie problemlos mit AF, AF-D und AF-S zusammen. Auch meine beiden G-Objektive ohne Blendenring funktionieren tadellos dank zweier Drehrädchen für Blende und Zeit. (Die ganz modernen mit einem E im Namen und dementsprechend elektromagnetischer Blende weiß ich nicht, da habe ich keins. Ebenso habe ich keine AF-P mit Stepper-Motor, kann ich also auch nicht testen, aber "das Internet" sagt "nein" dazu.) (Da unten habe ich sie mit meinem AF 85/1.8, das optisch sehr schön dazu passt, jetzt da sie sauber und nicht mehr klebrig ist.)

Jetzt, da wir wissen, welche Optiken wir verwenden können, ist es interessant zu erfahren: Wie?! Die F80 kann recht schnelle 1/4000s als kürzeste Belichtungszeit, als längste stehen 30s sowie Bulb zur Verfügung, wählbar in halben Blendenschritten. Für letzteres gibt es ein Gewinde für Drahtauslöser, eine Technik, die Nikon um die Jahrtausendwende mal kurz zurück gebracht hatte. Meine D100 hat ja auch einen Anschluss dafür. DX-codierte Filme werden alle erkannt (also ISO 25-5000), manuell kann man auch noch ein bisschen drunter und drüber gehen (6-6400, soweit ich mich erinnere). Sie beherrscht Matrixmessung in der modernen Variante, kann aber auch mittenbetont und punktgenau, sie hat fünf Autofokus-Messpunkte, die man einzeln anwählen kann und unterstützt continues AF wie auch single shot AF. Hinten gibt es eine Messwertspeichertaste und man kann manuelle Über- und Unterbelichtung (Belichtungskorrektur) einstellen. Zudem hat sie einen brauchbaren Biltz mit immerhin Leitzahl 12 (...den ich noch nicht getestet habe). Den kann man auch noch manuell beinflussen, dafür gibt es eine extra Taste. Ansonsten noch Einzelbild-Modus oder Serienbild, Selbstauslöser und Doppelbelichtung (letzteres auch über das CMS-Menü). Cool.


Ich glaube, damit habe ich alle Funktionen hier vorgestellt. Sie ist also tatsächlich nur ein kleines Stückchen, einen winzigen Schritt davon entfernt, eine "richtige" Kamera zu sein, wie die F90 oder die F100. Es fehlt zum Einen die Möglichkeit, mit AI-Objektiven TTL zu messen und zu belichten, zum anderen haben diese Kameras fast schon übertriebene 1/8000s als top speed. Aber das sind für einen Preis von 15 Euro auf dem Flohmarkt jetzt wirklich Kleinigkeiten, die ich verkraften kann. Ich bin gespannt, ob diese zZt noch etwas ungeliebten Stücke im Preis hoch gehen werden, wie wir es bei bestimmten Kameras aus den 1970ern und frühen 1980ern sehen. Ich halte die jedenfalls für schrecklich unterbewertet, wie ich schon bei der F90x und der F801 geschrieben habe.

Am Ende noch eine kleine Gegenüberstellung mit der D100. Man kann tatsächlich sehen, dass hier viel der gleichen DNA eingeflossen ist, aber es gibt auch deutliche Unterschiede: Die D100 ist grundsätzlich etwas klobiger. Wahrscheinlich, um die damals noch recht platzverschwendende Elektronik unterbringen zu können. Das Layout ist sehr ähnlich, der Funktionsumfang praktisch identisch. Was am stärksten auffällt, wenn man sie nebeneinander legt, ist der Unterschied im Design des Blitzes und dass der Boden etwas dicker daher kommt. Selbst das AF-Hilfslicht ist an der gleichen Stelle und lässt sich im Menü an- und abschalten. Man sieht also deutlich eine Verwandschaft, aber wie weit sich das auch auf die Innereien erstreckt, ist für mich als Außenstehenden natürlich nur schwer nachvollziehbar. Wird hier zB die gleiche Mirrorbox verbaut? Der gleiche Shutter? Möglich wäre es und würde einiges an Entwicklungskosten sparen. Die beiden Kameras klingen zumindest sehr ähnlich beim Auslösen. (Wobei meine D100 mittlerweile so altersschwach ist, dass sich deren Geräusche über die Jahrzehnte schon ein bisschen verändert haben.) Ein weiterer Unterschied ist aber auf jeden Fall das Gewicht: Im Vergleich zur D100 wiegt die F80 deutlich weniger (und die ist schon nicht wirklich leicht).

Fazit: Eine sehr spannende Kamera, die ich für den Preis wirklich nicht in der prallen Mittagssonne stehen lassen wollte. Werde da in den kommenden Tagen mal einen Film durch jagen, wahrscheinlich sogar mit dem 50/1.8G drauf, ich finde, das passt ganz gut dazu. Und dann werden wir sehen. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch zwei andere hier zum Scannen liegen habe! :-D

Jobo Universaltank Standard

Weil ich ja irgendwann auch mal den Film in diesen kleinen 16mm Kassetten entwickeln wollen können würde, hatte ich mir im bösen Internet einen alten Jobotank bestellt, der sowas kann. Einfach mal so, war nicht so teuer und sah gut erhalten aus. Steinalt, aber hübsch. Kam dann auch auch recht schnell und pünktlich hier an und sah auch erstmal aus wie beschrieben. Dass die Spulen aber irgendwie nur mit diesem Mittelrohr funktinieren würden, hatte ich so nicht verstanden. OK, mal eine andere Technik: Die untere Spulenhälfte der unteren Spule ist fest mit dem Rohr verbunden. Stört das nicht beim Film einspulen? Muss ich mal an meinem Filmrückhohl- und Testfilm testen.


Schlimmer war, dass die mittlere Spulenhälfte nicht mehr auf ihrer Achse halten will und da ständig von runter rutscht. Gut, das kann man sicherlich mit einem Stück doppelseitigem Klebeband fixen, aber ob das so gut auf den Entwickler und den Fixierer reagiert, weiß ich nicht. Gibt es da was? Heißkleber wäre wahrscheinlich am Besten, aber wo ist sind die Stangen hin gekommen und wo ist die Heißklebepistole? Muss ich testen.

Noch schlechter und eigentlich ein Dealbreaker war die Tatsache, dass das Innenrohr, das auf den Fotos der Versteigerung noch zu sehen war, nicht mit in der Kiste war. Ich fürchte, ohne das ist das Konstrukt leider nicht lichtdicht. Also habe ich den Verkäufer angeschrieben und einen halben Tag später meinte der dann so: Refunded! Ok. Sag ich jetzt nicht nein? Hab noch gefragt, ob er die zurück haben wollte. Wollte er nicht. Gut. Bin ich in den Keller gestiegen und habe einen alten, leer geschriebenen Kuli von der RWE genommen, das unterer Teil abgeschraubt und schwarz lackiert. Zack, hab ich ein inneres Rohr. Ob das so tatsächlich lichtdicht ist oder ob es noch eine weitere Lackschicht braucht, muss ich mal in einem ansonsten dunklen Raum mit einer Taschenlampe im Flammenwerfermodus testen. Steht jetzt in der Mitte ein bisschen aus dem Trichter raus, sollte aber kein Hindernis sein.


Nur die Frage nach der chemischen Beständigkeit unter Einfluss von Entwickler und Fixierer muss ich dann mal in einem Testlauf probieren. Dann kann ich auch gleich schauen, ob das, was immer ich bis dahin an der mittleren Spule zur Befestigung angebracht habe, das aushält.

Fazit: Brauchte ich noch eine Entwicklerdose? Nicht wirklich. War das also ein unnötiger ein Spontankauf? Ja. Ist die trotzdem schon fast historisch wertvoll, weil steinalt? Sowieso! Habe ich Hoffnung, dass das so funktioniert? Wir werden sehen. Ist sie ansonsten hübsch genug, um ins Regal gestellt und bewundert zu werden? Sowieso! ;-)