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Zwei Störche im Siegtal

Nach gefühlt zwei Wochen hat es heute tatsächlich aufgehört zu regnen und es kam sowas ähnliches wie die Sonne zwischen den Wolken hervor gekrochen. Da ich Bewegungsmangel habe, habe ich mir meine Kamera (und die Canon, dieses mal mit dem anderen Objektiv drauf) geschnappt und bin mit dem Fahrrad los, einfach ins Blaue (oder Grüne) hinein. Unterwegs hauptsächlich mit der Canon Testfotos gemacht, sodass ich mir schon dachte: "Wofür hast Du die Digitale eigentlich mit genommen? Hat sich ja irgendwie nicht gelohnt!" Aber dann standen plötzlich im Siegtal zwei Störche im hohen Gras und suchten nach Viehzeugs. Zuerst hatte ich allerdings nur die Kanadagänse wahrgenommen, die ziemlich nah am Fahrradweg saßen:


Bei den beiden letzten Fotos habe ich mal wieder die Mitte des Bildes ausgeschnitten, weil die Mistviecher so weit weg waren, dass ich eines von diesen Killer-Objektiven für den Preis eines Kleinwagens gebraucht hätte, um die anständig ran zu holen. Außerdem verschwanden die recht schnell hinterm Hügel, als bin ich auch flott weiter. Warm ist es heute nämlich nicht, vielleicht so 15°C. Ich hätte meine Mütze mitnehmen müssen.

Ein paar Meter weiter jenseits der Siegbrücke bei Blankenberg habe ich dann Kühe gefunden. Die Kälber saßen im Schatten unter dem mobilen Tränke-Wagen und waren am Pennen. Bis das eine anfing, sich am Rücken zu lecken:


Der Gesichtsausdruck, den es dabei an den Tag legte, war schon ziemlich scheel. Oder schääl. Oder wie auch immer der Kölsche das schreiben würde, ich bin nur zugewandert. ;-)

Auf dem Heimweg rannte mir dann auch noch diese Weinbergschnecke vor's Rad und ich konnte gerade so noch bremsen und ausweichen, ohne dass es zu einem folgenschweren Zusammenprall gekommen wäre:


Daraufhin hat die sich offenbar so erschreckt, dass sie erstmal einen auf Galaktisches Imperium gemacht hat und sämtlichen Ballast über Bord geworfen hat. Lecker! Wie auch immer, ich hab sie dann genommen und ins Gras auf die andere Seite des Fahrradwegs gesetzt, damit der nächste nicht vielleicht doch noch aus Versehen drüber fährt.

Mit dem Rad durchs Siegtal

Schönes Wetter. Feiertag. Fahrrad-Reifen frisch aufgepumpt. Handy-Tracking-App gestartet. Raus. Raus in die Sonne. Strampel, strampel, strampel. Rechtsrum durchs Dorf, links rum durch den Wald. Runter durchs Dorf, an der Kirche hoch, ins Siegtal. Da Pferde fotografiert. Viele, viele Pferde. Hübsche Pferde. Pferde mit Augenmaske. Mysteriöse Pferde.


Pferde, die sich gegenseitig knuddeln. Sich gegenseitig stützen. Pferde, die bei weitem nicht so erledigt sind wie ich gerade, nachdem ich 23 Kilometer Rad gefahren bin und die blöde Fitnessapp trotzdem nur sagt "Fitness Maintained". Man man man, was muss man denn noch alles machen?

Fotos vom Handschuh an der Bank machen, zum Beispiel. Ob der noch vom Winter da hängt? Und warum findet man eigentlich immer nur einen einzelnen Handschuh?


Wobei, noch immer besser als die offene Bratheringdose auf der Siegpromenade. Die riecht schon ein bisschen. Steht schon etwas länger da rum, nehme ich an. Ich mein, da reicht ja schon ein halber Tag, dass sowas anfängt zu müffeln. ;-)

Den gespiegelten Bagger habe ich dann mitten in Hennef gefunden. Da ist wohl auch mal wieder was geplant. Kurbelt die Wirtschaft an. Vielleicht. Hoffentlich. Nach Corona können wir alle ein bisschen was zum Aufatmen gebrauchen, besonders wenn man die ganze Zeit durch eine Maske atmen musste. Habe die in der Stadt übrigens mittlerweile auch beim Radfahren auf. Ist etwas hinderlich, aber man gewöhnt sich an alles. Auch wenn ich scheinbar der einzige bin.

Und dann unten im Siegtal Rindviecher. Leider etwas weit weg, auch mit dem Tele. Aber hübsche Tiere. Auch wenn die am Popo alle etwas beferkelt sind. Hihi, ferkelige Rinder. Ohje, meine Wortspiele sind wieder unter aller Kanone. :-D



Aber wie ich gestern schon gesagt habe: Ich mag Rindviecher. Und nicht nur auf dem Brötchen mit Tomate, Käse und Ketchup, sondern auch close up and personal! ;-) Aber wie gesagt, diese hier waren leider ein bisschen weit weg, was schade ist, weil die Kälber besonders niedlich sind.

Nebenbei lief noch ein kleiner Marienkäfer rum, den ich auf die Entfernung mit dem Tele leider nicht ganz scharf bekommen habe. Trotzdem schön, weil immer wieder ein Zeichen für Frühling, Sommer, schönes Wetter.


Dann weiter die Sieg runter und auf der anderen Seite Richting Hennef am Bahndamm entlang, wo zwischen den Clematis und dem Blauregen dieses graffitierte Schild auf mich wartete. Wenn ich doch nur die geringste Ahnung vom Symbolismus der dargestellten Zahlenkombination hätte... ;-)

Jedenfalls. Clematis und Blauregen. Auch immer wieder ein Zeichen für den Übergang vom späten Frühling in den frühen Sommer, der uns bald bevorsteht. Das Jahr ist schon wieder verdammt alt, was ich auch immer wieder am Alter meiner s/w-Fotos feststelle, die ich in letzter Zeit hier rein gestellt habe. Die stammen schon wieder aus dem Winter und der ist bald ein halbes Jahr her. Muss mal schneller da durch.




Nach den vielen Blüten, die ich mit der Nahlinse zum Teil durch den Zaun hindurch geschossen habe, habe ich dann erst wieder eine Pause gemacht, als ich "unsere" Pferde am Straßenrand gesehen hab, die sonst immer am Ende "unserer" Straße stehen. (Verdammt viele Anführungszeichen für einen Satz!) Auch hier heute mit dem 85mm drauf gehalten, wie schon (zum Teil) bei den Pferden oben am Anfang. War also ganz gut, dass ich das doch nicht zu Hause gelassen hatte.


Und das war der heutige Feiertag. Jetzt muss ich erst mal die Pollen los werden, die mir im Hals jucken und die Augen tränen lassen. Dieses Jahr dauert die Heuschnupfensaison besonders lang, die Natur scheint sich tatsächlich zu freuen, dass dieser Frühling mal wieder etwas feuchter und kühler ist als die letzten.

Pferde im Siegtal

Bestes Fahrradwetter, also raus und auf den Sattel, obwohl mir der Popo noch vom letzten Mal etwas weh tut. Nichts gutes mehr gewohnt. Um zu vermeiden, dass ich mir wieder die Schulter verrenke, habe ich nur die kleine Fotoausrüstung mit genommen (Weitwinkel, Normalbrennweite und Tele, also das Portrait-85er zu Hause gelassen), dann aber kurz entschlossen noch den 2x Konverter eingepackt, für den Fall das das Viehzeugs mal wieder zu weit weg sitzen sollte. Und was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt.

Aber zuerst einmal bin ich an der Liebfrauenkirche in Hennef-Warth vorbei gekommen, vor dessen Haupteingang groß und weithin sichtbar die Regenbogenfahne wehte. Ist die noch vom Tag der lesbischen Sichtbarkeit hängen geblieben? Der war doch letztens, oder? Oder hat der Papst jetzt einen Sinneswandel gehabt und festgestellt, dass Menschen anderer Orientierung auch Menschen sind? Ist es gar eine Protestaktion aufgebrachter Aktivisten? Man weiß es nicht, ist nicht meine Kirche, ja nicht mal meine Konfession. ;-)


Sieht aber auf jeden Fall sehr schick aus, die bunte Fahne vor dem blauen Himmel und dem sandsteinfarbenen Sakralbau. Hätte ich selber nicht besser konzipieren können. ;-)

Bei der Gelegenheit habe ich auch mal ein paar andere Details der Kirche vor die Linse genommen, u.A. den Jesus über dem Portal und das Kreuz oben auf dem Giebel. Beide sind sehr gut raus gekommen, die wurden auch gerade von der prallen Mittagssonne angeleuchtet und haben dementsprechend kräftig Kontrast.



Außerdem ist mir mal wieder aufgefallen, dass der Wetterhahn oben auf dem Kirchturm extrem modern und eckig aussieht. Ist der Original? Die Kirche ist an sich ja nicht so schrecklich alt, ich glaube die stammt so aus der Mitte des 19. Jhd., wobei der Gockel mich aber eher so an die 1920er erinnert. Kennt da jemand die ganze Story?

Weiter ging meine kleine Fahrradtour zum Dondorfer See, auf dem dieser Haubentaucher seine Runden zog. Bei der Gelegenheit zum ersten Mal froh gewesen, den Konverter mitgenommen zu haben. Allerdings leidet die Bildqualität ja doch schon extrem. Aber besser groß und etwas verzerrt als so klein, dass man gar nichts erkennen kann.


Da die Sonne direkt auf der Bank stand, habe ich hier nicht zu lange Zeit verbracht, denn mir war so schon zu warm. Hatte vor dem Losfahren noch schnell die Jacke gegriffen, die sich aber unterwegs als eher überflüssig erwies. Zumindest auf dem Hinweg war mir durchweg zu warm. Dafür habe ich das viele Licht jedoch ausgenutzt, um mal die kleinen Graffiti auf der Rückenlehne abzulichten.

Ein oder anderthalb Kilometer weiter saßen dann die Nilgänse im frisch austreibenden Getreide. Die haben es echt gut, kriegen das Futter frei Haus! ;-) Gut, ich habe schon haufenweise Nilgänse hier im Blog, aber. Auch hier kam teilweise mal wieder der Konverter zum Einsatz, der mir sehr interessante Verzerrungsmuster in den Bildern beschert hat. Wie gesagt, mich erinnert das immer sehr an Motion-Blur-Effekte. Das unruhige Gras verstärkt diesen Effekt noch. Ich finde ja, dass das schon ziemlich faszinierend aussieht. Gut, eigentlich will man sowas ja nicht haben, aber ich mag's. ;-)


Jenseits der Gänse kamen dann die ersten Pferde. Im Siegtal gibt es ja haufenweise davon, trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass wir diese beiden speziellen Exemplare auch schon häufiger hier im Blog hatten. Die stehen hier ja immer auf der Weide oder in ihrem Unterstand und mümmeln vor sich hin und lassen überall Äpfelchen fallen. ;-)


Allerdings haben die auch unheimlich viele Fliegen rund um die Augen gehabt. Das muss denen doch ganz schrecklich auch den Zeiger gehen, oder? Ich mein, mich juckts ja schon überall, wenn ich das nur sehe! Dafür hat das dunkle wieder eine sehr schicke Frisur rasiert bekommen. Damit steht fest: Pferde brauchen für den Friseur weder Coronatest noch Voranmeldung! :-D

An der Siegbrücke bei Blankenberg war dann ungefähr Halbzeit und ich habe auch dort mal die Graffiti, die seit dem Winter hier neu erschienen sind (und auch alte) in bunt und Farbe abgelichtet. Wenn ich die s/w-geladene Kamera dabei gehabt hätte, hätte ich damit sicher auch noch ein paar Bilder gemacht, denn in s/w und auf Film machen die sich die buntesten Graffiti immer ganz besonders gut, finde ich. Klingt seltsam, ist aber so.



Ansonsten wäre ich mit meinen ausgelatschten Fahrradschuhen, an denen schon Stücke der Sohle fehlen, auch nur fast und beinahe in die grüne Glibbersuppe am Fuße des Brückenpfeilers gefallen. Müsste mal neue Schuhe mit mehr Profil haben. Nur machen die Pedale die dann auch wieder direkt kaputt, da kann ich auch die hier noch ein bisschen tragen. Man will ja nachhaltiger leben...

Habe mich dann jedenfalls auf den Rückweg gemacht und ungefähr auf Höhe von Allner, aber auf der anderen Seite der Sieg, stehen ja auch immer Pferde auf der Weide. Diese haben übrigens zum großen Teil irgendwelche Gewebe-Dinger über den Augen, damit die fliegenden Insekten-Viecher sich da nicht hinsetzen können. Besser ist das vielleicht. Oder so Bommeln. Oder Zöpfchen in der Mähne, wobei ich mal vermuten möchte, dass die nicht unbedingt gegen Fliege und Bremsen helfen. ;-)



Habe jedenfalls mit dem 200mm Tele mal ein paar Nahaufnahmen gemacht, einige sind sogar scharf. Das Pferd bewegt erstaunlich schnell seinen Kopf hin und her beim Grasen. (Kann mir ja irgendwie nicht vorstellen, mich nur von Gras und dem ein oder anderen dazwischen wachsenden Kraut zu ernähren.)

Auf der anderen Seite des Weges saß dann noch der Schwan im Getreidefeld und guckte mich mit großen Augen an. Brütet der da? Mitten im Feld? Ist aber auch nicht ganz ungefährlich, oder? In der Nachmittags-Wärme (Hitze war das ja noch nicht ganz, aber bestimmt schon über 20°C, auch im Wind) war er jedenfalls schwer mit Hecheln beschäftigt, wie man auf dem Ausschnitt sehen kann. Hier habe ich dann mal auf den Konverter verzichtet, ging auch so.


Und kurz vor der Heimkehr nach Hause gab es dann noch eine Miezekatze zu sehen. Die kenne ich auch schon, die läuft sonst nur immer weg, bevor ich sie fotografieren kann. Heute fühlte sie sich wohl sicher genug, dass ich mal den ein oder anderen Schnappschuss machen konnte. Hätte das 85er in dieser Situation tatsächlich doch noch gebrauchen können...


Ach ja, und ich sollte mir merken, dass - wenn ich den Konverter mit nehme - auch statt des 50mm G das E-Series mitnehme, denn das funktioniert mit dem. Das G hingegen kriegt die Blende nicht auf und bei effektiven f/32 Bider zu machen, das gestaltet sich dann doch eher schwer! ;-)

So, und jetzt habe ich Hunger und geh mal gucken, was die Küche noch so zu bieten hat. Hätte eigentlich schon vorgestern einkaufen müssen, aber ich will bei den derzeitigen Pestwerten meine Exposition vermindern. Also nur ein Mal in der Woche zum Discounter, wenn ich eh für die Mutter einkaufen gehe. Und das ist morgen. Mal sehen, was ich dann noch für Fotos mit nach Hause bringe.

Ein Fasan an der Sieg (und allerlei anderer Kram)

Das Wetter ist nach wie vor schön, aber kalt. Trotzdem habe ich mich heute mal auf mein Fahrrad gesetzt und den Corona-Abhängigen getrotzt, die die Fahrradwege mit ihren neuen Hunden und Kindern blockieren, und bin eine Runde gefahren. War mal wieder nötig, war nicht nur die Meinung der Waage, sondern auch mein Tatendrang hat sich gemeldet. Man kann ja nicht immer nur zu Hause rum gammeln.

Unterwegs wie immer Fotos gemacht. Das erste Opfer war der Zierkirschenbaum irgendwo in den Ausläufern Hennefs. (Gegen Ende - oder Anfang, je nachdem wie man es sieht - der Kurhausstraße.) Der steht mal wieder besonders prächtig in Blüte, wahrscheinlich weil er mal ausnahmsweise genug Wasser von oben und nicht ganz so viel Hitze wie in den letzten Jahren abbekommen hat, bevor es eigentlich Zeit zum Blühen ist.



Kam die Besitzerin mit Kind nach Hause und die meinte auch, dass der besonders prächtig und fotowürdig wäre. Auch wenn das vielleicht drei Sätze waren, endlich mal wieder mit Menschen kommuniziert. Man wird im Pest-Lager ja langsam rammdösig, falls dieser Ausdruck allgemein bekannt sein sollte. Auch wieder ein Grund, das Fahrrad abzustauben und sich auf eine kleine Tour zu begeben: Menschen sehen, selbst wenn es nur auf Distanz ist.

Ein paar Meter weiter stehen eine ganze Menge Straßenbau-Warnlampen rum, die von der kürzlich abgeschlossenen Kanalsanierung auf (unter) der Kurhausstraße übrig geblieben sind. Wenn die Sonne sich in den katzenaugenartigen Plastikdingern bricht, sieht das auch ganz fotogen aus:



Viel Kontrast und ungewöhnliche Perspektiven, da hat das Auge was, woran es sich festgucken kann. Alltägliche Dinge sind ja sowieso immer am spannendsten zu fotografieren, finde ich.

Und wieder ein paar Meter weiter wollte ich bei der Einfahrt einer der produzierenden Betriebe die Lampe mit dem Dach und der Kirschblüte davor fotografieren, da stellt da genau in dem Moment jemand seinen LKW vor ab! Maaan, zwei Sekunden hätte er mir ja mal doch noch geben können! Obwohl, so mit dem Heck im Bild (Dieter Thomas? - bitte nicht! ;-)) sieht das auch gar nicht so falsch aus.



Für die kleine Spinne musste ich dann tatsächlich mal die Nahlinse auspacken und dann war sie noch immer so klein, dass ich hier nur einen Ausschnitt zeige. Die hat ja tatsächlich gerade mal die Spannweite der Mutter daneben, die den Zaun zusammen hält.

Schilder fotografiere ich ja auch besonders gerne; dieses Mal hat es mir das AST-Schild angetan gehabt: Blau auf blauem Grund, das hat schon was. Das kann der Wasserrohrmarker irgendwie nicht mithalten. Ist auch nicht so raus gekommen, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte: Die Sonne reflektierte auf den Stahlteilen im Hintergrund ganz heftig und ich hatte eigentlich mit mehr Umpf gerechnet, aber das hat nicht funktioniert.

Dafür gab es an der Geistinger Kirche dann noch ein paar Stiefmütterchen zu bewundern. Die waren allerdings so nah und ich hatte das 85mm zu Hause gelassen, weil ich mir nicht wieder einen Ast schleppen wollte, dass ich mit dem 200mm nicht ganz den (minimalen) Fokus getroffen habe. Wenn ich das gewusst hätte...



Außerdem ist mir glaube ich noch nie der Jesus ganz oben unterm Dach neben dem Regenrohr aufgefallen. Wie kommt der da hin? Ist der Gemeinde beim Bauen der Stein ausgegangen? Fragen über Fragen. Das war jedenfalls der Grund, weshalb ich heute hier überhaupt gehalten habe.

Bis hier hin habe ich eh ein ziemliches Stop-and-Go gehabt und keine echte Radtour. Ich fotografiere zu viel. Das wurde dann auch nicht besser, als mir hinterm Kaufladen diese Katze vor das Fahrrad lief. So richtig fotografieren lassen wollte sie sich nicht und mit dem 50mm war sie auch nicht nah genug - deswegen hier wieder Ausschnitte. Der zweite Grund, heute das 85mm mit zu nehmen. Oder vielleicht das 135er, aber bei bewegten Dingen wie Katzen ist ein Autofokus ganz hilfreich, weil ich ja so blind geworden bin.


Nach der Katze bin ich dann aber mal ein ganzes Stück ohne Anhalten gefahren - wenn man mal von der Ampel beim Quadenhofer absieht. Hier bin ich nur vorbei gekommen, weil die Straße hinter der Kiesgrube angeblich gesperrt ist. Da stand jedenfalls ein Schild in der Einfahrt und ich habe nicht getestet, wie weit ich gekommen wäre. Heute keine weiteren Experimente, ich bin so lange nicht Rad gefahren, dass ich keinen Bock auf Umwege hatte. Werde wahrscheinlich so schon Muskelkatze kriegen! (Jaja, Muskelkater hat nichts mit Katzen zu tun, ich weiß, ich bin schließlich auch ein Klugscheißer. Aber!)

Auf dem Weg zum Siegwehr fiel mir dann weit abseits des Weges etwas Buntes im Unterholz auf. Es stellte sich heraus, es war ein Fasan! Leider hatte ich den Konverter nicht dabei, deswegen gibt es auch den nur als Ausschnitte mit entsprechendem Qualitätsverlust, aber immerhin kann man ihn erkennen. Der war nämlich bestimmt noch immer so 50 Meter entfernt, selbst als ich mein Fahrrad zurückgelassen und quer über die Wiese getrampelt war. Näher wollte ich dann doch nicht dran gehen, sonst kriegt er Angst und das will ich ja nicht.


Hübsche Tiere, jedenfalls. Habe schon lange keinen mehr gesehen. Ich glaube, das letzte Mal war in Dänemark. Kommt allerdings alles nicht an das Mal ran, als mir mal wirklich einer keine 10 Meter vor dem Auto vorbei gehuscht ist.

Am Siegwehr habe ich dann vor dem Rückweg eine längere Pause eingelegt. Dort kann man noch die Überreste vom letzten Hochwasser sehen, der von irgendwelchen Tieren eingesponnen worden ist. Anders kann ich mir das flusige, weiße Zeugs jedenfalls nicht erklären, das da dran hängt.



Außerdem fand ich das Solarpanel ganz interessant, wie es sich der Sonne entgegen streckt. Amorphes Silizium! ;-) Danach bin ich dann ziemlich ohne Anhalten heim, auch wenn ich den Weg hinten rum über Seligenthal gewählt hatte. Hatte kurz überlegt, ob ich an der Sieglinde noch mal anhalte, aber irgendwie wollte ich dann doch so schnell wie möglich heim. Fotos hatte ich ja außerdem auch so schon viel zu viele, wie man sieht! ;-)

Dondorfer See und Umgebung

Heute ist das Wetter sehr viel sonniger als gestern, also habe ich mir das Fahrrad genommen und bin los, zuerst mal wieder völlig ohne Plan. Als ich dann die Autobahn gekreuzt habe, stand langsam fest, dass ich in Richtung Blankenberg weiter fahren würde.


Am Ende bin ich dann - was Fotos angeht - mehr oder weniger am Dondorfer See und dessen näherer Umgebung hängen geblieben. Noch steht die Sonne recht tief und so bekommt man morgens um halb 11 noch relativ krasse Gegenlichtbilder hin.



Außerdem hatte ich heute nur die Sparausrüstung dabei, damit ich mir nicht wieder Schultern und Arme verrenke: Die D610 mit dem Sigma-Weitwinkel, die F601 mit dem Series E 50mm und für's Mix'n'Match das Nikkor 200mm. Deshalb sind heute alle Bilder mit "Vintage Glas" geschossen. Wie immer bin ich verzückt von der Bildqualität des billigen Series E; das ist - abgesehen vom Autofokus - eine echte Alternative für das hochmoderne 50mm G. Und wenn ich so wie heute die Linsen in den Augen habe, kann ich sogar mit manuellen Objektiven scharfe Fotos machen. ;-)

Das 200mm habe ich dann auch tatsächlich gebraucht, weil auf dem See haufenweise Wasservögel vor sich hin quackten, schnatterten und krächzten. Schwäne machen seltsame Geräusche. Ich mein, nicht dass das, was die Gänse von sich geben irgendwie melodischer ist, aber Schwäne sind extra seltsam.



Das rallenartige Teichhuhn war glaube ich das einzige, was bei dieser Kakophonie nicht mit gemacht hat. Das war zu sehr damit beschäftigt, vor meinem Tele zu fliehen. Zack, war es weg und hat sich im Unterholz versteckt. Finde ich ja immer wieder schade, dass das Wildleben so eine Angst vor mit hat. OK, der Schwan kam eher drohend auf mich zu. Scheint bald schon Balz- und Brutzeit zu sein.

Außerdem saß auf dem See ein ganzer Schwarm von diesen Reiherenten, die ich dieses Jahr zum ersten Mal so bewusst wahrnehme. Sind die auch neu hier in der Gegend?


Die gelben Augen sind ja sehr markant, und ebenso dieser alberne Bömmel oben am Kopf. ;-) (Gemein, das albern zu nennen; die Tiere finden das bestimmt voll stylisch! Wer den längsten hat, hat wahrscheinlich die besten Chancen bei der Damenwahl. Wie das bei Menschen auch nicht viel anders ist! :-D)

Da ich schon lange genug am See getrödelt hatte, bin ich dann irgendwann auch mal weiter geradelt und habe dann stattdessen noch eine Viertelstunde bei den Pferden vertödelt. Auch hier habe ich hauptsächlich wieder das Series E genommen und es gefällt mir echt gut, was dabei heraus gekommen ist. Auch gegen's Licht macht das noch recht brauchbare Bilder und es ist dabei so schön klein und kompakt.



Ach ja, da war noch ein Fahrrad-Foto dabei. Hatte mir eigentlich gedacht, dass ich die hier zusammen ausstelle, so als kleine Fahrrad-Gallerie, aber da, wo sie jetzt sind, machen sie sich eigentlich auch ganz gut, finde ich. Falls also jemals mein Rad geklaut werden sollte, habe ich jetzt zumindest zwei künstlerisch wertvolle Bilder für den Steckbrief. ;-)

Dann bin ich weiter, nicht ganz bis nach Blankenberg, sondern weiter über die Eisenbahn-Siegbrücke, auf der mir eine ätlere Dame gerade in dem Moment entgegen kam, als ein ewig langer (und leerer) Frachtzug an mir vorbei rauschte und quietschte. Habe mich daraufhin mit besagter Dame erst mal 5 Minuten unterhalten, mit Abstand und allem, natürlich!

Auf dem Rückweg dann noch ein paar Gänse auf den Feldern fotografiert, aber mit dem 200mm sind die zu weit weg und aus Gepäckgründen hatte ich ja wie gesagt den Konverter zu Hause gelassen. Obwohl der, im Nachhinein betrachtet, jetzt auch nicht so schwer gewesen wäre, der hätte sicher noch in eine der Jackentaschen gepasst. Naja, Schwamm drüber, egal.


Der Bauer war übrigens schwer damit beschäftigt, die Felder zu düngen. Erwartet der Regen? Oder muss er einfach endlich die Gülle vom Winter los werden? Es roch jedenfalls eher ungut. Wobei, die Kläranlage hinterm Dondorfer See hat mehr gestunken.

Ach ja, und bevor ich es vergesse: Heute die ersten beiden Schmetterlinge gesehen. Beides sah nach Zitronenfaltern aus, die allerdings so schnell weg waren, wie sie kamen, und somit gibt es keine Beweis-Fotos. Schade eigentlich. Aber irgendwie auch niedlich.